Wir alle kennen es nur zu gut: Die Augenlider sind schwer, ständig muss man gähnen, kann sich kaum konzentrieren und würde am liebsten ein Nickerchen machen. Besonders in den winterlichen Monaten, wenn es draußen ungemütlich und früh dunkel wird, haben viele Personen mit anhaltender Antriebslosigkeit und Müdigkeitsattacken zu kämpfen. Umso wichtiger ist es in dieser Zeit, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Müdigkeit hat jedoch viele Gesichter und kann vor allem im (beruflichen) Alltag zur Belastung werden und die Produktivität enorm einschränken. Wird sie zum Dauerzustand, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
Warum sind wir manchmal so müde?
Wenn uns manchmal (auch untertags) die Müdigkeit überkommt, wird dem Körper signalisiert, dass er Ruhe und Entspannung braucht. Vor allem, wenn man eine unruhige und kurze Nacht hinter sich hat, kann man tagsüber die Augen kaum offenhalten. Manchmal ist es jedoch gar nicht so einfach, die tatsächliche Ursache ausfindig zu machen, da oftmals viele Faktoren ineinandergreifen.
Zu den häufigen Gründen für Müdigkeit zählen:
Jahreszeit & Wetter: Wenn es im Winter bereits früh dunkel wird und die Temperaturen sinken, oder man im Sommer besonders großer Hitze ausgesetzt ist, kann das unser Schlafverhalten und somit auch unser Energielevel tagsüber beeinflussen.
Schlafqualität: Unruhiger und verkürzter Schlaf zählen wohl zu den Hauptursachen, weshalb viele Personen tagsüber müde sind. Hat man zu wenig geschlafen, kann sich der Körper in dieser Zeit nicht ausreichend regenerieren. Ein besonders großer Risikofaktor ist unter anderem Schichtarbeit.
Körperliche Bewegung: Bewegen wir uns sehr viel oder zu wenig, kann uns das müde machen. Vor allem nach ausgiebiger körperlicher Betätigung sind Regenerationsphasen umso wichtiger.
Ernährung: Wie wir uns tagsüber ernähren und was wir zu uns nehmen, kann einen großen Einfluss auf unser Energielevel haben. Essen wir beispielsweise zu Mittag sehr viel und sehr schwer, fühlen wir uns schnell müde und erschöpft.
Raumklima: In geschlossenen Büroräumen, in denen viele Menschen arbeiten, kann die Luft schnell stickig werden. Man sollte daher auf gelegentliches Stoßlüften sowie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit achten.
(Atemwegs-)Infekt: Infekte kündigen sich oft durch Müdigkeit an. Wir fühlen und schlapp und antriebslos, weil unser Körper bereits gegen Viren oder Bakterien ankämpft.
Stress: Stress macht nicht per se müde, beeinflusst jedoch erheblich unsere Schlafqualität, da sehr gestresste Menschen oft gar nicht mehr in sogenannte Tiefschlafphasen kommen. Diese sind für die körperliche Erholung besonders wichtig.
Übergewicht: Zu viel Gewicht kann eine große Belastung für den Körper sein und ebenfalls zu anhaltender Müdigkeit führen.
Neben diesen allgemeinen Faktoren kann Müdigkeit auch nach der Einnahme bestimmter Medikamente oder nach dem Konsum von Alkohol und Rauschmitteln auftreten.
Manchmal stecken jedoch auch Erkrankungen dahinter – in diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung unbedingt notwendig:
Allergien,
Mangel an bestimmten Vitaminen (Vitamin B12, Folsäure, Eisen),
Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen,
Blutdruckstörungen,
Diabetes mellitus,
rheumatoide Arthritis,
Infektionen wie Covid, Grippe, Erkältung oder Pfeiffersches Drüsenfieber,
„Long-Covid“ nach überstandener Infektion,
psychische Erkrankungen wie Depression oder Burnout,
Schlafapnoe,
neurologische Erkrankungen wie Migräne, Multiple Sklerose (MS) oder Demenz,
Krebserkrankungen (vor allem während der Behandlung),
Schilddrüsenunterfunktion,
Chronisches Erschöpfungssyndrom
etc.
Müdigkeit äußert sich von Person zu Person verschieden, wird jedoch sehr oft als körperliche oder geistige Erschöpfung empfunden. Symptome wie
Antriebslosigkeit,
Mangel an Motivation,
Schlappheit,
Energielosigkeit oder
Konzentrationsstörungen
machen sich vielfach bemerkbar.
Wenn Müdigkeit sehr häufig auftritt oder für einen längeren Zeitraum bestehen bleibt, sollte man dies ärztlich abklären lassen.
Tipps gegen Müdigkeit
Betrifft die Ursache der Müdigkeit den Lebensstil und ist nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen, können einfache Strategien manchmal schon große Erfolge erzielen.
Frische Luft Stoßlüften, also für wenige Minuten das Fenster öffnen, kann den Körper wieder „ermuntern“. Ist ein Raum wenig belüftet, haben wir schnell das Gefühl, der Sauerstoffgehalt lasse nach. Dabei liegt dies nicht am Sauerstoff, sondern am Kohlendioxid, das wir beim Ausatmen abgeben. Es sind also eher die Stoffe, die sich in der Raumluft anreichern, die uns müde und unkonzentriert machen. Ist es zudem sehr warm im Raum, kann das ebenfalls schläfrig machen.
Bewegung Ein kurzer Spaziergang oder sportliche Übungen im Büro – schon ein kleines Maß an körperlicher Aktivität kann dabei helfen, die Müdigkeit zu vertreiben.
Kaltes Wasser Eine Wechseldusche am Morgen oder ein paar Spritzer kaltes Wasser ins Gesicht oder an den Armen können anregend wirken und den Kreislauf in Schwung bringen.
Kaffee & ausreichend Flüssigkeit Kaffee oder grüner Tee können als kurzfristiger Wachmacher helfen. Allerdings sollten diese nicht mehr zu spät am Nachmittag oder abends getrunken werden, da sie bei empfindlichen Personen die Schlafqualität beeinflussen können. Bei Müdigkeit kann es auch helfen, Wasser zu trinken, da ein Flüssigkeitsmangel diese verstärken kann.
Kurzes Nickerchen Ein kleiner Powernap kann tatsächlich eine effektive Maßnahme gegen Müdigkeit sein. Das Nickerchen sollte sich jedoch auf maximal dreißig Minuten beschränken und nicht zu spät am Nachmittag gemacht werden, da es ansonsten die Schlafqualität beeinflussen kann.
Wird durch kleine Veränderungen im Alltag keine Besserung der Müdigkeit erzielt, ist es sinnvoll, sich an einen Arzt zu wenden. Nur so kann eine Ursache gefunden werden, die vielleicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen ist.
Leiden Sie manchmal an Müdigkeit und möchten mehr darüber erfahren? Kommen Sie einfach zu uns in die Apotheke – wir beraten Sie gerne.
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