Was tun bei Muskel- und Wadenkrämpfen?
![]() © kieferpix AdobeStock 1396197454 Besonders nach anstrengenden Tagen können nachts die Muskeln krampfen. Dabei spannt sich der Muskel an, ohne sich wieder zu entspannen. Geradezu typisch sind Krämpfe in den Waden, doch grundsätzlich kann jeder Muskel plötzlich krampfen. Ein solcher Krampf ist oft schmerzhaft, aber glücklicherweise meist schnell wieder vorbei. Auch die Ursachen sind in aller Regel harmlos. Woher kommen Muskelkrämpfe?Mit Abstand der häufigste Grund für Muskelkrämpfe ist schlicht die Überlastung des Muskels. Krämpfe treten deswegen meistens dann auf, wenn man tagsüber ungewohnter körperliche Anstrengung nachgegangen ist oder beim Sport stärker gefordert war. Zwar krampfen gut trainierte Muskeln seltener, weshalb Sport und Bewegung hier grundsätzlich vorbeugen, aber dennoch kennen gerade Sportler die typischen Krämpfe durch hohe Belastung. Auch wer beruflich den ganzen Tag auf einer Veranstaltung auf den Beinen war, wird nachts gerne einmal von Wadenkrämpfen überrascht. Vor allem Frauen können auch durch die Schuhwahl Einfluss nehmen: Die Haltung und die Belastung in High Heels begünstigen nämlich spätere Krämpfe in den Waden oder auch in den Füßen. Eine weitere weit verbreitete Ursache ist der Mangel an Mineralstoffen, zum Beispiel Natrium, Kalzium, aber hauptsächlich Magnesium. Auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Nährstoffen zu achten, sorgt also meistens auch für weniger Krämpfe. Wie kann man gegensteuern?Wenn der Muskel erst einmal krampft, gibt es einige effektive Sofortmaßnahmen:
Auch im Falle von Muskelkrämpfen „funktioniert“ nicht jeder Körper gleich. Während bei manchen Personen Dehnen hilfreich ist, kann es das bei anderen nur schlimmer machen und dagegen vorsichtige Belastung das Mittel der Wahl sein. Man muss also möglicherweise ein wenig herumprobieren, um festzustellen, wie sich Krämpfe im persönlichen Fall am besten und schnellsten wieder lösen lassen. Tritt ein Muskelkrampf beim Sport auf, ist der erste Schritt, eine Pause zu machen, um dem Muskel Erholung zu gönnen. Nach dem Sport hilft man der Muskulatur, indem man den Mineralstoffhaushalt ausgleicht. Beim Sport verliert man durch Schwitzen nämlich zusätzlich Mineralstoffe. Hilfreich sind in diesen Situationen isotonische Getränke oder auch eine kleine Menge Salz in einem Glas Wasser. Ein weiterer Faktor, um Muskelkrämpfen vorzubeugen, ist die richtige Ernährung. Wer mit einem anstrengenden Tag rechnet, kann mit den richtigen Lebensmitteln zum Frühstück oder als Snacks für unterwegs den Körper unterstützen. Dazu gehören z. B. Bananen, Mandeln und Cashewkerne. Kleine Änderungen im AlltagÜber eine Muskulatur-freundliche Ernährung hinaus gibt es weitere kleine Angewohnheiten im Alltag, die helfen, Krämpfen vorzubeugen. So muss zum Beispiel die Durchblutung sichergestellt sein, um Muskeln mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen zu können. Ob dies optimal funktioniert, hängt auch stark von der Körperhaltung ab. Wer den ganzen Tag sitzt oder eine ungünstige Position zum Schlafen einnimmt, macht es der Durchblutung unter Umständen schwerer. Deswegen hilft es, wenn man zwischendurch immer einmal wieder aufsteht und ein paar Schritte geht, um die Durchblutung in den Beinen wieder anzukurbeln. Auch die Schuhe, die man tagsüber trägt, können Einfluss haben. Gerade wenn man viel läuft, braucht man gut passende Schuhe mit einem hochwertigen Fußbett. Wird man häufig nachts von Muskelkrämpfen überrascht, hilft es womöglich, tagsüber für etwas mehr Magnesium zu sorgen. Außerdem kann man seine Haltung beim Einschlafen überprüfen. Im Schlaf selbst kann man auf eine falsche Haltung schlecht aufmerksam werden – aber dafür kann man beispielsweise auf die richtige Matratze achten. Wenn man falsch liegt und sich deswegen anspannt, kann auch das zu Krämpfen beitragen. Muss man deswegen zum Arzt?Muskelkrämpfe haben in den allermeisten Fällen eine temporäre Ursache und treten nur gelegentlich auf. Oft kann man dann sogar nachvollziehen, warum. Hat man aber immer wieder mit Krämpfen zu tun, die man sich auch nicht erklären kann, kann es durchaus sinnvoll sein, sich an den Hausarzt zu wenden. Eine mögliche Ursache ist ein Nährstoffmangel, den der Hausarzt recht schnell feststellen kann. In seltenen Fällen können auch Erkrankungen dahinterstecken, z. B. können die Nieren oder die Schilddrüse eine Rolle spielen oder auch eine neurologische Krankheit vorliegen. Vor allem wenn Hausmittel nicht mehr helfen oder andere Beschwerden dazukommen, sollte die Ursache deshalb abgeklärt werden.
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