Sexualität hat viele Facetten
![]() © New Africa AdobeStock 280826604 Im rein biologischen Sinne geht es bei der menschlichen Sexualität in erster Linie um die Fortpflanzung zwischen zwei Geschlechtern und die damit verbundene Weitergabe von Erbinformationen. Man kann den Begriff jedoch viel weiter fassen und auf eine Vielzahl von Verhaltensweisen, Gedanken, Gefühlen und Interaktionen zwischen Menschen ausdehnen. Dann wird Sexualität zu einem Thema mit vielen Aspekten, das sich auch im Laufe des Lebens stark verändert. Sexualität entwickelt sichTatsächlich existiert bereits der Begriff der frühkindlichen Sexualität, was jedoch absolut nichts mit erwachsener Sexualität gemeinsam hat und sich in erster Linie darauf bezieht, den eigenen Körper zu entdecken. Dennoch werden viele Grundsteine bereits im Kleinkindalter gelegt, denn bereits hier beginnen Aufklärung, das Bewusstsein um den eigenen Körper und die eigenen Grenzen. Körperteile bei den korrekten Namen zu nennen und Kindern von klein auf zu vermitteln, dass sie selbst entscheiden, mit wem sie Körperkontakt zulassen möchten und andererseits Grenzen von anderen zu akzeptieren sind hier entscheidend. Die nächste Stufe ist die grundsätzliche Aufklärung, die dann beginnt, wenn Kinder z.B. selbst danach fragen, wo Babys herkommen. Kurz darauf beginnt die Prävention von sexuell übertragbaren Erkrankungen; so kann man Mädchen bereits ab neun Jahren gegen HPV impfen lassen und damit vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Meilenstein PubertätDer Übergang zur Sexualität im erwachsenen Sinne findet in der Pubertät statt. Hier lösen sich Teenager zwar immer mehr von den Eltern, dennoch ist es wichtig, weiterhin verlässlicher Ansprechpartner zu sein. Gerade auch erste sexuelle Erfahrungen sind für Teenager in einer ohnehin schon turbulenten Zeit eine weitere Herausforderung. Wichtig ist in diesem Alter vor allem:
Auch wenn es Eltern schwerfallen mag, sind möglichst unaufgeregte Gespräche wichtig, denn damit sich Teenager auch mit Fragen zu solchen Themen an ihre Eltern wenden, muss die Basis stimmen. Ausweichen oder das Gefühl zu vermitteln, dass man sich schämen muss, ist kontraproduktiv. Das gilt vor allem auch dann, wenn junge Menschen ihre eigene sexuelle Orientierung erst noch entdecken. In der Pubertät sind die Jugendlichen ohnehin schon stark gefordert. Kommen dazu noch Unsicherheiten in Bezug auf die eigene sexuelle Identität oder Orientierung oder haben Teenager damit sogar zu kämpfen, kann das schnell zur Belastung werden. Hier ist die Hilfe der Eltern in jedem Fall wichtig und nötig. Sexualität hat PhasenAuch wenn man sich nach der turbulenten Pubertät selbst gefunden hat, ist auch im Erwachsenenalter Sexualität nicht in Stein gemeißelt. Sie ist stark von verschiedenen Lebensphasen bestimmt und von den Umständen abhängig, es entstehen immer Wechselwirkungen zwischen psychischen und körperlichen Vorgängen. Ob man gut abschalten kann oder „mit den Gedanken woanders“ ist, spielt dabei eine große Rolle, aber auch das Körpergefühl kann entscheidenden Einfluss haben. Bei Frauen kann sich durch große Hormonumstellungen in Schwangerschaften oder schließlich in den Wechseljahren oft einiges in Bezug auf Körpergefühl oder Lustempfinden verändern. Bei vielen Menschen nimmt in extrem stressigen Phasen im Beruf die Lust ab. Andererseits muss es nicht sein, dass Sexualität mit fortschreitendem Alter kein Thema mehr ist. Solange das Bedürfnis danach vorhanden ist und keine medizinischen Gründe dagegensprechen, kann ein erfülltes Sexualleben noch lange Bestand haben. Nur vermutlich auf andere Art und Weise als in den Lebensphasen davor. Sexualität und die Art, wie man sie ausleben kann oder möchte, verändert sich im Laufe des Lebens also immer wieder. Deswegen ist es umso wichtiger, auf veränderte Bedürfnisse zu achten und in Beziehungen darüber zu kommunizieren. Typisch männlich, typisch weiblichKommunikation ist immer eine wesentliche Grundlage einer erfüllten gemeinsamen Sexualität und zum gegenseitigen Verständnis schlicht eine Voraussetzung. Das gilt vor allem auch für Beziehungen zwischen Männern und Frauen, da sich männliche und weibliche Sexualität in einigen Punkten unterscheiden. Das beginnt bei den rein körperlichen Unterschieden und geht über Schwankungen im Hormonhaushalt bis zu der Tatsache, dass die weibliche Lust zu einem wesentlich größeren Anteil im Kopf entsteht. Bei Frauen ändert sich der Hormonpegel mit dem Zyklus, entsprechend ist bei vielen Frauen kurz vor dem Eisprung die Erregung größer und gegen Ende des Zyklus deutlich niedriger. Auch die Einnahme einer Pille kann sich stark auf die Libido auswirken – ein Faktor, der dem männlichen Körper komplett erspart bleibt.
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